Shamonda-Virus (SHAV) – Untersuchungsangebot
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Worum geht es?
Seit Juli 2026 zirkuliert in Mitteleuropa erstmals das Shamonda-Virus (SHAV), ein durch Gnitzen (Culicoides) übertragenes Orthobunyavirus der Simbu-Serogruppe. Es ist eng mit dem in Deutschland enzootischen Schmallenberg-Virus (SBV) und mit dem Akabane-Virus verwandt.
Das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) unterscheidet inzwischen zwei genetisch verschiedene europäische Kladen (Virusvarianten), die auf zwei unabhängige Einschleppungs- und Ausbreitungsereignisse zurückgehen:
• SHAV-EU1 – zuerst in Süddeutschland, der Schweiz und Frankreich nachgewiesen; Infektionen bislang bei Rind, Pferd, Schaf und Ziege.
• SHAV-EU2 – aus Rinderproben aus Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Hessen und Thüringen; das Wirtsspektrum ist hier noch nicht abschließend bekannt.
Damit zirkulieren in Deutschland derzeit drei eng verwandte Orthobunyaviren der Simbu-Serogruppe gleichzeitig: SBV, SHAV-EU1 und SHAV-EU2. Eine Erkrankung des Menschen durch SHAV ist nach aktuellem Kenntnisstand nicht beschrieben.
Klinisches Bild
Bei adulten Rindern stehen Fieber, deutlicher Milchleistungsrückgang und Durchfall im Vordergrund; die Erkrankung verläuft meist mild und vorübergehend. Klinisch ist SHAV von einer akuten SBV-Infektion und von der Blauzungenkrankheit nicht sicher abzugrenzen – entscheidend ist die Labordiagnostik.
Größere Bedeutung dürfte der Infektion tragender Tiere zukommen: Analog zu anderen Simbuviren sind transplazentare Infektionen mit Aborten, Totgeburten und kongenitalen Missbildungen (Arthrogrypose-Hydranenzephalie-Syndrom, AHS) möglich. In der Schweiz wurde SHAV bereits in abortierten Rinderföten nachgewiesen. Entsprechende Fälle sollten in den kommenden Monaten konsequent abgeklärt werden. Bei Pferden mit zentralnervöser Symptomatik und negativem Befund auf West-Nil- bzw. Bornavirus kann SHAV differenzialdiagnostisch in Betracht kommen.
Untersuchung in unserem Labor
Wir untersuchen Proben auf SHAV mittels pan-Simbuvirus-PCR. Diese erfasst Viren der gesamten Simbu-Serogruppe, also auch das Schmallenberg-Virus. Parallel prüfen wir deshalb mit einem zugelassenen kommerziellen Testkit auf SBV.
Damit ergibt sich folgende Befundlogik:
• pan-Simbu-PCR positiv, SBV negativ → es ist von einer Shamonda-Virus-Infektion auszugehen.
• pan-Simbu-PCR positiv, SBV positiv → weitere Abklärung erforderlich
Hinweis: Eine Differenzierung zwischen den Kladen SHAV-EU1 und SHAV-EU2 bieten wir derzeit nicht an. Wo eine weitergehende Charakterisierung erforderlich ist, erfolgt bis auf Weiteres eine Weiterleitung an das FLI.
Geeignetes Probenmaterial
| Fragestellung | Material |
| Akut erkrankte Tiere (Fieber, Milchrückgang, Durchfall) | EDTA-Blut oder Serum, entnommen während der klinischen Phase |
| Aborte, Totgeburten, missgebildete Kälber/Lämmer | Einsendung des ganzen Tieres zur Sektion (Frucht bzw. Kalb/Lamm); alternativ Groß- und Kleinhirn, möglichst zusätzlich Milz und Blut |
| Todesfälle, insbesondere mit zentralnervöser Symptomatik | Einsendung des ganzen Tieres zur Sektion; alternativ Gehirnmaterial |
Der Entnahmezeitpunkt entscheidet. Das Virus ist nur wenige Tage lang im Blut nachweisbar – diese Phase wird als Virämie bezeichnet (Zeitraum, in dem das Virus im Blut zirkuliert). Wird erst nach Abklingen der Symptome beprobt, fällt die PCR trotz durchgemachter Infektion negativ aus. Blutproben müssen deshalb während des akuten Geschehens gewonnen werden. Pro Bestand genügen in der Regel Proben von zwei bis fünf akut erkrankten Tieren.
Bei Aborten, Totgeburten, missgebildeten Neugeborenen und Todesfällen empfehlen wir die Einsendung des vollständigen Tierkörpers zur Sektion. So lassen sich Organproben gezielt gewinnen und gleichzeitig andere Ursachen abklären – eine SHAV-Infektion schließt andere Abort- oder Todesursachen nicht aus.
Einsendung
Bitte senden Sie Proben möglichst mit einem Untersuchungsantrag aus der HI-Tier-Datenbank (HIT-Antrag) ein und vermerken Sie im Bemerkungsfeld ausdrücklich den Abklärungswunsch „Shamonda-Virus“. Ergänzend hilfreich sind eine möglichst genaue klinische und epidemiologische Anamnese: Erkrankungsbeginn, Tieridentifikation, Trächtigkeitsstadium sowie ggf. vorausgegangene Fälle im Bestand.
Weitere Informationen
• Friedrich-Loeffler-Institut: Steckbrief Shamonda-Virus (SHAV) sowie Tierseuchengeschehen SHAV – https://www.fli.de/de/aktuelles/tierseuchengeschehen/shamonda-virus/
• FLI-Pressemitteilung vom 01.09.2026: „FLI bestätigt weiteres Shamonda-Virus-verwandtes Orthobunyavirus in Deutschland“
Für Rückfragen zur Probenauswahl und zum Untersuchungsumfang stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.
Ein Ausbildungsabschnitt im europäischen Ausland
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Ein Ausbildungsabschnitt im europäischen Ausland
Im Sommer 2026 habe ich, Anna Kubicki, die Gelegenheit bekommen, einen achtwöchigen Ausbildungsabschnitt in Aalborg, Dänemark zu absolvieren.
Ermöglicht und finanziert wurde das Ganze durch das Erasmus+ -Programm der Europäischen Union mit der organisatorischen Unterstützung durch die Internationale Projekte GmbH in Berlin und ihrem dänischen Partner AID Aalborg.Untergebracht war ich zusammen mit anderen Auslandspraktikant*innen in einem Apartment in Aalborgs nördlichem Stadtteil Nørresundby.
Während meines Praktikums habe ich an der Universität für Biologie und Chemie in Aalborg gearbeitet. Zusammen mit vielen anderen Universitätsgebäuden liegt sie am östlichen Rand der Stadt und beherbergt die verschiedensten Forschungsabteilungen mit Fokus auf der Entwicklung neuer Materialien und funktioneller Polymere. Auch nachhaltige Technologien wie grüne Bioraffinerien, elektrochemische Wasseraufbereitung und die Entwicklung von neuen Batteriewerkstoffen werden hier erforscht.
Meine Aufgabe bestand vor allem darin, verschiedene Membranen zur Wasseraufbereitung und Polymere unter Verwendung von Osmose zu testen. Darüber hinaus durfte ich ZIF-62-Kristalle herstellen, die zukünftig als Lithiumersatz in Batterien eingesetzt werden sollen.
Neben der Arbeit hatte ich vor allem am Wochenende Zeit, um Städte wie Aarhus, Løkken, Skagen, Hirtshals, Blokhus und Rebild zu erkunden. Auch eine etwas weitere Reise nach Kristiansand in Norwegen habe ich unternommen.In Aalborg selbst konnte ich viele spannende Orte und auch Kulturelles kennenlernen. Dazu gehörte unter anderem das Sankt-Hans-Fest am 23. Juni. Traditionell wird am Abend symbolisch eine Strohhexe auf einem großen Feuer verbrannt und die Sommersonnenwende gefeiert.
Bei einer längeren Fahrradtour zur im Limfjord gelegenen Insel Egholm habe ich mir einen der weltweit verteilten Trolle aus recyceltem Holz von Thomas Dambo angesehen.
Ganz besonders beeindruckend fand ich aber zum Ende meines Aufenthaltes das „Tall Ships Races“ im Hafen von Aalborg.
Insgesamt hat mir das Land, seine Kultur und die Forschungsarbeit an der Universität Aalborg sehr gefallen. Genossen habe ich auch die dänische Work/Life- Balance.Mein zweimonatiger Aufenthalt in Aalborg war eine ganz besondere Erfahrung, an die ich viele schöne Erinnerungen habe.
Ich kann daher allen zukünftigen Auszubildenden nur empfehlen, einen Ausbildungsabschnitt im Ausland zu verbringen.
Ausbildungsstart 2026
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Heute durften wir unsere neuen Auszubildenden bei uns begrüßen. 🎉
Wir freuen uns sehr, dass sie jetzt Teil unseres Teams sind und wünschen ihnen einen erfolgreichen Start in ihre Ausbildung. Auf viele spannende Erfahrungen, neue Herausforderungen und eine tolle gemeinsame Zeit – herzlich willkommen! 💙
Zeugnisübergabe Azubis 2026
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🎉 Herzlichen Glückwunsch zum erfolgreichen Ausbildungsabschluss! 🎉
Unsere Auszubildenden Nele, Sophie (nicht auf dem Foto), Natalie, Philip und Lukas haben ihre Ausbildung zum Chemielaboranten bzw. Biologielaboranten erfolgreich vor der Industrie- und Handelskammer abgeschlossen. Zu diesem besonderen Anlass gratulierten Herr Prof. Dr. Stahl, die Ausbildungsvertretung sowie der Personalrat den frisch ausgebildeten Fachkräften ganz herzlich.
Wir freuen uns besonders, dass uns drei der ehemaligen Auszubildenden auch weiterhin erhalten bleiben: Philip unterstützt ab sofort den Fachbereich 2 „Tiergesundheit“, Sophie das Arbeitsgebiet „Rückstände, Pestizide“ und Lukas das Arbeitsgebiet „Bedarfsgegenstände“.
Ein herzliches Dankeschön gilt unseren Ausbildungsleitern Frau Dr. Brünen-Nieweler, Frau Dr. Engelke, Herrn Kemper und Herrn Borrosch sowie dem gesamten Ausbilderteam. Mit großem persönlichem Engagement und viel Einsatz sorgen sie dafür, dass die Auszubildenden am CVUA-MEL eine fundierte und praxisnahe Ausbildung erhalten.
Wir wünschen unseren Absolventinnen und Absolventen für ihren weiteren beruflichen Weg viel Erfolg und freuen uns auf die weitere Zusammenarbeit mit Sophie, Philip und Lukas! 🍀
Jahresbericht 2025 der CVUÄ in NRW veröffentlicht
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Der vorliegende Jahresbericht gibt einen Überblick über ausgewählte Themen und Highlights, die die CVUÄ NRW im Jahr 2025 beschäftigt haben:
- „Süße Früchtchen mit Beigeschmack“: Pestizid-Rückstände in Erdbeeren, Heidelbeeren und Johannisbeeren.
- Wussten Sie schon? Geflügelnuggets müssen zu mindestens 50 % aus Geflügelfleisch bestehen. Mehr dazu im Beitrag „Ist alles Gold, was glänzt? – Fleischanteil in Chicken Nuggets“.
- Weichweizen oder Hartweizen? Die digitale Polymerase-Kettenreaktion (dPCR) ermöglicht eine besonders sichere Unterscheidung der beiden Getreidearten.
- Darf Melamingeschirr in die Mikrowelle? Antworten sowie Informationen zu bromierten Flammschutzmitteln in Spielwaren und Bisphenolen in Bilderbüchern und Puzzles aus Altpapier liefern unsere Expertinnen und Experten aus dem Non-Food-Bereich.
- Vogelgrippe: Wissenswertes zum großen Geflügelpestausbruch in NRW im Herbst 2025.
- Schon mal von einer eitrigen Orchitis beim Kalb gehört? Einblicke in dieses veterinärmedizinische Thema.
Wir wünschen eine interessante Lektüre mit zahlreichen, weiteren Neuigkeiten aus den Untersuchungslaboren in NRW.
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