Asbest in Spielsand
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Asbest in Spielsand
Erste Untersuchungsbefunde aus dem CVUA-MEL sorgen vorerst für Entwarnung!
Seit einigen Wochen häufen sich Berichte über Befunde von Asbest in Spielsand sowie in sandartigen Füllungen von Spielfiguren und führen zur Verunsicherung von Eltern und KITAs. Spielsand ist feinkörniges, häufig gefärbtes Material zum Spielen in Innenräumen, beispielsweise auch „Magic Sand“ oder „Sensory Sand“ genannt. Gemeint ist damit allerdings nicht der herkömmliche Sand für Sandkästen.
Bereits Ende des Jahres 2025 gab es aus Australien und Neuseeland erste Meldungen über den Nachweis von Asbest in Spielsand, Anfang des Jahres folgten entsprechende Hinweise über Befunde in den Niederlanden und Belgien. Die belasteten Produkte stammten offenbar allesamt ursprünglich aus China.
Bei Asbest handelt es sich um eine Sammelbezeichnung für ein faseriges, silikatisches Mineral, welches in der Vergangenheit in hohen Mengen in Baumaterialien verwendet wurde. Es kommt jedoch auch natürlich in verschiedenen Böden vor und wurde möglicherweise auch darüber als Kontamination in Sandspielzeug eingetragen. Asbest ist immer dann gefährlich, wenn es eingeatmet wird. Inwiefern die bei den bisherigen Untersuchungen gefundenen Mengen beim Spielen mit den belasteten Produkten tatsächlich eine Gefahr für Verbraucher darstellen, kann zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht abschließend beurteilt werden (Asbest in Spielsand: Weitere Daten für Risikobewertung erforderlich - BfR).
Die bisherigen Meldungen beziehen sich zum überwiegenden Teil auf Eigenuntersuchungen von Medienhäusern und Herstellern bzw. Importeuren. Als Konsequenz wurden bereits vorsorgliche Rückrufe möglicherweise belasteter Produkte initiiert.
Bei den ersten amtlichen Untersuchungen in Belgien wurden Ende Februar bei 4 von 20 Proben (von denen 15 aus dem stationären Handel und 5 aus dem Online-Handel stammten) jeweils sehr geringe Spuren von Asbest gefunden (Asbest im Spielplatzsand: Alle Produkte werden gemäß den Vorschriften getestet | Redaktions-FPS-Ökonomie).
Nun liegen auch die ersten Untersuchungsergebnisse über amtlich entnommene Proben in Deutschland vor: in 15 Spielsandproben, die allesamt aus dem stationären Handel aus NRW stammen, wurden bei den durch das CVUA-MEL veranlassten Untersuchungen erfreulicherweise keinerlei Rückstände von Asbest nachgewiesen (Nachweisgrenze: 0,008 %). Die Ergebnisse der amtlichen Untersuchungen in Belgien, bei denen lediglich einige Proben mit geringen Spuren von Asbest auffällig waren, wurden somit weitestgehend bestätigt.
Bei den durch die amtliche Lebensmittelüberwachung in NRW entnommenen Proben handelt es sich im Wesentlichen um „Magic Sand“, Sandtische und mit sandähnlichem Material gefüllte Figuren. Die Herkunft der Produkte (sofern eine Herkunft angegeben ist) ist China. Über die genaue Identität der untersuchten Proben kann aus Gründen des Neutralitätsgebots keine Auskunft erteilt werden.
Ungeachtet dieser zunächst einmal beruhigenden Befunde wird das CVUA-MEL das Marktgeschehen im Auge behalten und die Untersuchungen auch auf den Online-Handel sowie weitere Produktarten ausweiten.
Weitere Informationen u. a. durch die Verbraucherzentrale NRW: Spielsand und Bastelsand: Ist Asbest enthalten? | Verbraucherzentrale NRW
Kontaminantenworkshop 2026
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Zweiter Kontaminantenworkshop 2026 am CVUA-MEL in Münster
Zahlreiche Fachleute unterschiedlichster Disziplinen aus Behörden, Privatwirtschaft und Forschung präsentierten am 24. und 25. Februar aktuelle Themen, unter anderem:
• Rechtliche Aspekte und Vorgehensweisen bei fehlenden Höchstgehalten und Grenzwerten
• Daten aus der Umweltdatenbank des Bundes
• THC, synthetische Cannabinoide und Konsumcannabis
• Prozess- und Industriekontaminanten wie Bisphenol A und weitere Bisphenole sowie 3-MPD und Glycidol in Lebensmitteln
• PFAS: Belastungssituationen, Top-Assay, wirkbezogene Bioanalytik
• Innovative Multimethoden, Automatisierung und Miniaturisierung zur Untersuchung natürlicher Toxine
• Dioxinscreening per EROD-Bioassay, PDBE-Analytik sowie Analytik und Beurteilung von Mineralölen (MOSH/MOAH)
Der auf kollegialen Austausch angelegte Workshop wurde gerne von allen Teilnehmenden mit Leben gefüllt. Es wurde vielfach der Wunsch geäußert dieses Format zu etablieren.
LehrerInnen-Workshop - "Chemie im ALLTAG"
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Am Freitag, 13.02.2026 hatten Lehrerinnen und Lehrer die Möglichkeit an dem Workshop „Chemie im ALLTAG“, organisiert zusammen mit Herrn Kralisch von der Chemie Didaktik Münster, teilzunehmen.
Durch Laborführungen und zwei kleinen Vorträgen hatten sie die Möglichkeit unser Amt und den Beruf des Chemielaboranten besser kennenzulernen. Abgeschlossen wurde der Workshop mit einigen Versuchen, welche selbst von den Lehrerinnen und Lehrern durchgeführt wurden. Nach Durchführung der Versuche haben alle Teilnehmer „Starterkits“ erhalten um diese an ihren Schulen mit ihren Schülerinnen und Schülern durchführen zu können.
Labubus: Nicht nur in aller Munde, sondern leider auch in vielen Kinderhänden
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Weichmacher (Phthalate) in beliebten Plüschmonstern nachgewiesen
Im Sommer 2025 erfasste der Hype um die beliebten Plüschmonster „Labubu“ auch Deutschland.
Doch was so niedlich dreinschaut, hat es in sich: Im Gesicht der Figuren, das aus Weich-PVC besteht, wurden im CVUA-MEL hohe Konzentrationen an Weichmachern aus der Gruppe der Phthalate nachgewiesen.
Phthalate sind chemische Verbindungen, die vor allem in PVC-Kunststoffen eingesetzt werden, um diese weicher und flexibler zu machen. Phthalate können jedoch aus dem Kunststoff ausgasen oder beim Kontakt mit Flüssigkeiten oder Fetten herausgelöst werden. Da auch Schweiß und Speichel diese Löseeigenschaften besitzen, können die Phthalate insbesondere von Kindern beim intensiven Spielen und Schmusen mit den Monstern aufgenommen werden.
Einige Phthalate führten in tierexperimentellen Studien zur Schädigung der Nachkommen und zur Beeinträchtigung der Fruchtbarkeit. Außerdem können Phthalate hormonelle Störungen hervorrufen. Daher ist die Verwendung von Phthalat-Weichmachern in der EU stark reglementiert und ein Einsatz bestimmter Phthalate in Spielzeug oder anderen Erzeugnissen ab einer Konzentration von 0,1 % verboten. Dieser Grenzwert wurde in den vom CVUA-MEL untersuchten Proben um mehr als das 250-Fache überschritten.
Wegen des extremen Hypes, der hohen Nachfrage und der künstlichen Verknappung durch limitierte „Blindbox“-Verkäufe finden sich auch viele Labubu-Fälschungen auf dem Markt. Anhand der Kriterien zur Einstufung als Original (holografischer Pop Mart-Aufkleber, scanbarer QR-Code, prüfbarer Verifizierungscode), kann davon ausgegangen werden, dass es sich bei den im CVUA-MEL untersuchten Labubu-Proben ausschließlich um Fälschungen (sogenannte „Lafufus“) gehandelt hat.
Thailändische Delegation im CVUA-MEL
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Was interessiert eine thailändische Delegation am Chemischen und Veterinäruntersuchungsamt Münsterland-Emscher-Lippe (CVUA-MEL)? Was essen Thailänder:innen zu Mittag, welche Größe müssen die Laborkittel haben und in welcher Sprache verständigt man sich?
Diese und weitere Fragen stellten sich uns vor dem Besuch von Vertreter:innen der thailändischen Veterinärbehörde zur Markteröffnung für den Export von Rindfleisch nach Thailand.
Das CVUA-MEL öffnete seine Labore und ermöglichte einen Einblick in die Abläufe und Diagnosemethoden. Fragen aus der Lebensmittelsicherheit sowie der Rückstandskontrolle wurden beantwortet.
Vorher hatte die Delegation landwirtschaftliche Betriebe, Schlachthöfe, Zerlegungsbetriebe und Kühlhäuser inspiziert.
Auch wenn zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch nicht geklärt ist, ob deutsches Rindfleisch demnächst in Thailand auf den Teller kommt waren sich alle einig, dass es ein wertvoller und sehr spannender Austausch für alle Beteiligten war.
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